Dialog 47: Die unfertige Aufklärung

Am 29. Mai 2017 von 14.00 bis 17.30 im Romerohaus Luzern

Der Wohlstand der Nationen heute beruht auf dem Erfolg der Aufklärung und ihrer vielen wissenschaftlichen und technischen Kinder. Zugleich aber zeichnet sich der Preis dieser modernen Kultur immer deutlicher ab: Abgeholzte Regenwälder, Arten- und Gletscherschwund, globale Erwärmung, ein riesiges Arsenal an Atombomben, Antibiotikaresistenzen, Weltallschrott usw. Der Planet Erde ist definitiv im Anthropozän angekommen, dem durch die Menschen geprägten Erdzeitalter. Aber weiß der Mensch, wohin seine angeblich aufgeklärte Reise gehen soll? Viele Menschen fühlen sich von der rasanten technologischen Entwicklung überfordert oder haben keine Chance daran anzuschließen. Droht eine ganz neue Dimension von Klassengesellschaft? Offensichtlich bedarf die Aufklärung selbst der Aufklärung.

Was das bedeuten könnte, erörtern im Dialog zwei Theologen. Beide fordern die Einbindung der religiösen Menschen und ihrer Traditionen in den aktuellen Diskurs, der eine aus philosophisch-sozialgeschichtlicher, der andere aus juristischer Sicht. Gemeinsam suchen wir nach einem Weg in die Zukunft, die offen ist für den geistigen Reichtum der Menschen und ungeahnte, neue Denkweisen, die das Leben fördern.

Josef Estermann, Theologe und Philosoph, bringt eine langjährige Süderfahrung als Laienmissionar und Universitätsprofessor in Peru und Bolivien mit. Er ist ein international anerkannter Experte für die Kulturen, Philosophien und Religionen im andinen Raum, sowie in Missionswissenschaft und Interkultureller Philosophie und Theologie. Seit 2012 ist er für Grundlagen und Forschung bei COMUNDO im RomeroHaus in Luzern zuständig und Lehrbeauftragter an der Theologischen Fakultät der Universität Luzern.

Adrian Loretan, Professor am Interfakultären Zentrum für Religionsverfassungsrecht der Uni Luzern. Interdisziplinäre Doktorandenkolloquien gemeinsam mit Kyriaki Topidi zum Thema Religionsverfassungsrecht. Masterseminar gemeinsam mit der muslimischen Politologin Elham Manea, (Universität Zürich) bestritt ich im HS 2016 ein Masterseminar. Verfasser eines Gutachtens für die muslimischen Religionsgemeinschaften in der Schweiz. Die kirchliche Gassenarbeit in Luzern ist ihm ein vorbildliches Projekt von ‚private-public partnership‘, d.h. eine Zusammenarbeit von kirchlichen und staatlichen Partnern.

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